Ergebnisse

Insgesamt wurden im Verlauf der 14 Fangperioden in den 60 untersuchten Bäumen folgende Arthropoden-Individuen gefangen:

Tabelle der gefangenen Insekten in Baumkronen von Stadtbäumen je nach Fallentyp. Die meisten Individuen wurden an Gelbtafeln gefunden (ca. 84.000), die wenigsten bei Klopfproben erfasst (3.210), im Mittelfeld sind Fensterfallen (21.684).
Gesamtzahl der 2017 gefangenen Arthropoden pro Fallentyp

Diese hohen Individuenzahlen (die nur einen Bruchteil aller Arthropoden der Versuchsbäume darstellen) belegen, welch wichtige Lebensräume Stadtbäume für Insekten und Spinnentiere darstellen. Ein erster Überblick auf Ordnungsniveau (ohne Gelbtafelfänge) zeigt weiterhin, dass heimische Baumarten zwar höhere Individuenzahlen an Arthropoden als ihre gebietsfremden Schwesternarten aufweisen, sämtliche Baumarten aber von der heimischen Fauna als Habitat genutzt werden. Die Daten zur vergleichenden Artenvielfalt werden aktuell noch ausgewertet. Es zeigt sich interessanterweise und entgegen der Erwartung bereits, dass sich nah verwandte Baumarten in der Häufigkeitsverteilung der erfassten Tiergruppen nicht ähnlicher sind als nicht verwandte Baumarten: so stimmen z. B. die Muster der Arthropodenzusammensetzung von Carpinus betulus ‚Frans Fontaine‘ und Fraxinus excelsior ‚Westhofs Glorie‘ wesentlich stärker überein als die von Fraxinus excelsior ‚Westhofs Glorie‘ und Fraxinus ornus.

Vorkommen von Insektenindividuen in den Kronen von Stadtbäumen. In den Kronen von Fraxinus excelsior wurden die meisten Insekten gefangen und in den Kronen von Tilia tomentosa die wenigsten.
Fangzahlen ausgewählter Arthropodentaxa auf den Versuchsbaumarten (Abbildung: TP5)
Balkendiagramm zum Vorkommen von Insekten in den Kronen verschieder Stadtbaumarten. Die Muster sind bei heimischen und neu-eingeführten Arten ähnlich.
Häufigkeitsverteilung ausgewählter Arthropodentaxa auf den Versuchsbaumarten (Abbildung: TP5)

 

Detaillierte Auswertungen zur Artenvielfalt der einzelnen Baumarten stehen noch aus. Es wird interessant sein zu sehen, inwieweit sich die Artengemeinschaften der Baumarten überlappen bzw. welcher Anteil der Arten nur auf bestimmten Baumarten vorkommt. Es kann als wahrscheinlich gelten, dass die Biodiversität aller Baumarten deutlich die Artenvielfalt einzelner Baumarten übersteigt.

Für die Praxis (Kommunen, Gartenämter, Klima-Allianz-Partner) sollen die Ergebnisse in Empfehlungen münden, die zur Auswahl geeigneter Stadtklimabaumarten herangezogen werden können. Hierfür soll ein entsprechender Infoflyer erstellt werden.