Bunte Bänder für unsere Städte in Zeiten des Klimawandels: Naturnahe städtische Blühflächen entlang von Verkehrsachsen zur Förderung der ökologischen Funktionalität

Durch den Klimawandel ändern sich die Lebensbedingungen in städtischen Räumen. Die Häufung von Extremereignissen wie längere Hitze- und Trockenperioden oder Starkregenereignisse verändern die stadtplanerischen Rahmenbedingungen vor dem Hintergrund einer weltweit voranschreitenden Urbanisierung. Städtisches Grün erlangt dadurch eine besondere Bedeutung im Hinblick auf Anpassungs- und Minderungsstrategien. Die Auswahl einer geeigneten Stadtvegetation muss daher an die sich ändernden Umweltbedingungen angepasst werden.

Urbane Flächenversiegelung ist grundsätzlich negativ für Biodiversität und die damit verbundenen Ökosystemleistungen. Das Teilprojekt „Blühende Bänder“ befasst sich daher mit der Entwicklung von ökologisch aufgewerteten Straßenrändern als Element einer grünen Infrastruktur. Die zentrale Herausforderung in Forschung und Praxis ist die Kombination von Zielen der Insektenförderung und der Klimaanpassung mithilfe multifunktionaler städtischer Grünflächen. Mit steigendem Grad der Urbanisierung (Anteil der versiegelten Fläche, Gebäudedichte, Verkehrsdichte etc.) sinkt die Vielfalt und Abundanz von Pflanzen und Bestäubern, was in urbanen Räumen u. a. durch die Fragmentierung von städtischen Kleinhabitaten verstärkt wird. Der genetische Austausch isolierter Tier- und Pflanzenpopulationen ist gerade in städtischen Gebieten nur eingeschränkt möglich.

Gezielte Maßnahmen zur Förderung von Bestäubern und den Ökosystemleistungen sind daher notwendig. Gerade in dicht besiedelten Gebieten finden sich zwar für viele Bestäuber geeignete Habitate, die aber durch eine Förderung des Nahrungsangebots ökologisch deutlich aufgewertet und vernetzt werden können. Dazu wird im Projekt die Pflanzenvielfalt des Straßenbegleitgrüns entlang großer Verkehrsachsen (Innenstadt–Stadtrand) in München mittels der Einsaat heimischer Wildpflanzen erhöht.

Städtisches Grün kann neben Biodiversitätseffekten auch eine klimatische Regulationsfunktion übernehmen. Neben der Verbesserung der Situation für Bestäuber sollen daher mikroklimatische Standortvorteile im Vergleich zu herkömmlicher urbaner Begrünung untersucht werden.

Folgende wissenschaftliche und praktische Ziele werden im Projekt der „Bunten Bänder“ angestrebt:

  • Entwicklung und Erprobung der Anlage eines Blühflächenverbundes entlang von mehreren städtischen Hauptverkehrsachsen zur Förderung von Bestäubern und zur urbanen Klimaanpassung
  • Bewertung der Klimaresilienz und Attraktivität für Bestäuber und andere Nützlinge im Vergleich mit existierenden Grünanlagen
  • Klimatische Optimierung der Größe und Abstände der Blühflächen als Korridore für Bestäuber und andere Nützlinge
  • Verbesserung der Lebensqualität der Stadtbewohner durch die mikroklimatischen und ästhetischen Wirkungen der Blühflächen
  • Empfehlung für praktikable Kompromisse zwischen den Anforderungen des Naturschutzes und der Stadtgrünpflege zur Steigerung der urbanen Klimaresilienz und Bestäuberbiodiversität

 

Förderung

Regina Bauer-Stiftung und Bayerisches Staatsministerium für Umwelt und Verbraucherschutz (StMUV)